Generation Pfalz on Tour…

Je feiner – desto besser: Pfälzer Riesling und Pinot Noir – So lautet das Thema der Masterclass mit dem gelernten Winzer und Sommelier Axel Biesler im Berliner Restaurant Filetstück Pigalle. Eine bunte Auswahl von Produkten junger Winzer aus der Pfalz wird präsentiert, wobei die unterschiedlichen Stile gut veranschaulicht werden. Den Anfang macht ein 2014er Forst Ungeheuer Riesling Kabinett vom Weingut Margarethenhof, wo Yvonne und Martin Lucas die Verantwortung für die Ergebnisse tragen. Ein Weingut mit sehr unterschiedlicher Bodenbeschaffenheit, die sich bei den jeweiligen Lagen geschmacklich deutlich bemerkbar macht und eine gute geschmackliche Bandbreite erlaubt. Hier erleben wir einen gut strukturierten Wein, dessen Reben in diesem Fall auf Kalksteinboden gedeihen und einen klassischen und saftigen Riesling-Vertreter, dessen Trauben durch Handlese geerntet werden. Moritz Schneider vom Weingut Jesuitenhof liefert einen ´Kalkmergel´ Dirmstein Riesling der traditionellen Linie mit exotischen Früchten in der Nase. Die Säure steht stark im Vordergrund und ihr Anteil ist doppelt so hoch wie der Restzuckeranteil. Frank Schäfer ist die nächste Generation auf dem gleichnamigen Weingut in Neustadt-Mußbach und produziert seinen ´Limit´ Haardt Herrenletten Riesling des Jahrgangs 2014 als gut strukturierten Wein mit einer vielschichtigen Nase und knackiger Säure, der nachhaltig am Gaumen verbleibt. Hier wächst der Wein auf Lehm–und Sandboden und hat ein 4,5-monatiges Lager auf der Vollhefe hinter sich. Der vierte Pfälzer im ersten Flight ist ein Bissersheim Goldberg Riesling, ebenfalls vom Jahrgang 2014, der spontan vergoren wurde. Oliver Gabel ist nun hier im Weingut für den Keller verantwortlich und hat den Stil der Weine grundlegend verändert. Mit 12,5% Vol. Alkohol ebenfalls ein respektabler junger Vertreter der trockenen Rieslinge aus der Pfalz.

Im zweiten Flight stehen die Roten der neuen Generation aus der Pfalz im Mittelpunkt. Als typischer Vertreter eines klassischen Spätburgunders aus der Pfalz macht ein 2013er vom Weingut Martinshof in Steinfeld den Anfang, der auf Buntsandstein heranwächst. Stefan Martin hat sich auf Burgundersorten spezialisiert und baut diesen Spätburgunder Rotwein 16 Monate in gebrauchten Barriquefässern aus. Die Lagen des Weinguts Grimm verteilen sich bei Schweigen-Rechtenbach zu 50% auf deutscher Seite und 50% auf der elsässischen Seite der Ländergrenze. Hier bringen im Durchschnitt 40 Jahre alte Rebstöcke den Ertrag, der hier in Form eines ´âgé´ Pinot Noir des Jahres 2014 zur Abfüllung kam. Die rauchigen Röstaromen erhält Andreas Grimm durch seinen 15-monatigen Barriqueausbau. Ebenfalls beidseitig der Grenze zu Frankreich liegen die Weinberge des Weinguts Jülg, dessen trockener ´Kalkmergel´ Spätburgunder 2014 zur Verkostung ansteht, welcher durch fruchtige Beeren-und Kirscharomen in der Nase auffällt. Die Rebstöcke wachsen hier auf Kalkboden und deren Trauben werden von Hand gelesen. Johannes Jülg produziert diesen Wein mittels Spontangärung und lässt ihm 18 Monate Zeit zur Reifung im Barriquefass. Stefan Meyer, dessen Leidenschaft dem Spätburgunder gilt, liefert den letzten Wein dieser Verkostung: Es ist ein 2013er Rhodt Rosengarten Pinot Noir mit einer würzigen Nase nach Schwarzkirschen, welcher eine 12-monatige Lagerung in altem und neuem Holz hinter sich hat. Ein sehr zugänglicher Wein mit großem Potential für die nächsten Jahre.

Neben der Masterclass sind bei den Jungwinzern etliche Weine zu verkosten, die der Erwähnung bedürfen. Vom Weingut Benzinger sind es der 2013er Steinacker Riesling, ein Geisskopf Grauer Burgunder ´Alte Reben´ des Jahrgangs 2014 mit einem auffälligen nussigen Aroma und ein unfiltrierter Steinacker Merlot 2014, welche die Handschrift von Winzerin Julia Benzinger tragen. Von Christian Brendel überzeugen beim Verkosten sein trockener Grauburgunder vom Vorjahr, ebenfalls der Weissburgunder und besonders sein 2014er Spätburgunder ´Schlossberg´. Yvonne Lucas präsentiert überzeugend ihre Weine des Jahrgangs 2014: Einen trockenen Grauburgunder, ihren Riesling Kabinett Forster Pechstein, dem der Basaltboden eine besondere Note verleiht, und eine Riesling Spätlese Forster Jesuitengarten. Christian Nett vom Weingut Bergdolt-Reif & Nett überzeugt mit seinem 2015er Sauvignon Blanc ´Black Edition´, der eine sehr intensive Nase aufweist, einem trockenen Riesling ´Glaube-Liebe-Hoffnung´, seinem Grauburgunder Tradition mit kräftiger, frischer Säure und dem trockenen ´Paranoia´ Pinot Noir.

Auch hier bei der neuen Generation der Pfälzer Winzer ist sehr viel Potential zu vermerken und sicher mit vielen positiven Überraschungen in den kommenden Jahren zu rechnen.

www.generation-pfalz.de

Verkostung am 12.04.2016