Die vinophile Genusswerkstatt…

Einige werden sicherlich über den Namen Schmidt Z&KO etwas verwundert sein, aber das Rätsel, welches sich hinter dem Buchstabenspiel verbirgt, ist rasch aufgelöst. Es handelt sich hier um ein Gemeinschaftprojekt der Weinprofis Anja & Carsten Schmidt und den TV-Köchen Ralf Zacherl & Mario Kotaska, die ihre Anfangsbuchstaben der Nachnamen beigesteuert haben. Die Kombination aus Weinhandel, Weinbar, Restaurant, Genussschule und Eventlocation hat dafür gesorgt, dass der langjährigen kulinarischen Tristesse zwischen der Schloßstraße und der Kaisereiche im Berliner Bezirk Steglitz endlich ein Ende bereitet wurde. Entsprechend stark ist die Nachfrage, die innerhalb kurzer Zeit dazu führte, dass sich die Rheinstraße 45/46 als ein Treffpunkt der Kulinarik und des Trinkgenusses etabliert hat.

Ein außergewöhnliches Ambiente erwartet den Gast im Schmidt Z&KO: Eine denkmalgeschützte Industriearchitektur gepaart mit einer ausgesprochen stilvollen Innenausstattung sorgen für eine sehr behagliche Atmosphäre und bei genauerem Hinsehen bemerkt man auch die Liebe zum Detail. Das Thema Wein beschränkt sich hier nicht nur auf die Weinregale, die sich an den Wänden entlang ziehen und mit den warmen Holztönen für Wohnlichkeit sorgen, sondern auch das Mobiliar spiegelt das Thema wider. Wenn auch ansonsten klare Formen und Linien die Szene beherrschen, so prägt doch warmes Holz den Gesamteindruck. Dazu tragen ganz sicher die Tische und Stühle des Pfälzer Designers Magnus Mewes bei, der seine Unikate aus dem Eichenholz alter Barrique-Fässer anfertigt, die im Schmidt Z&KO ein kaum zu übertreffendes Themen-Interieur darstellen.

Viele Stammgäste nutzen das täglich wechselnde Mittagstisch-Angebot, das von Omas Eintopf über Pasta bis zu Muttis Braten alles hergibt. Da kommt es auch häufig vor, dass Ralf Zacherl persönlich am Herd steht oder die Gerichte aus der Küche reicht. Ansonsten führt Küchenchef Marcel Woest Regie in der Küche und bietet den Gästen auch Wahlmenüs an, die sich der Gast selbst nach eigenem Gusto zusammen stellen kann. Beim 4-Gang-Menü kann der Gast aus acht Speisenvorschlägen wählen, beim 8-Gang-Menü gibt es einmal ´Alles vom Start bis zum Nachspiel´.

Am 1. Dezember war es beispielsweise zum Start die Kombination Wolfsbarsch/Aubergine/Zimt/Schalotte, wobei der Fisch auf den Punkt gegart und sehr schmackhaft war. Der zweite Gang, hier die ´verschmidt z´te Mitte´, sollte Ziegenkäse/Birne/Rosenkohl/Nussbutter sein, eine geschmacklich interessante Variante. Fleisch von der Entenkeule mit Kloß und Rotkohl, der in drei verschiedenen Konsistenzen auf den Teller kam, bildete das Finale und das aromatische Nachspiel bestand aus Kokos/Karotte/Banane/Kalamansi, wobei die philippinische Zitrusfrucht für ein ungewohntes aromatisches Erlebnis steht.

Die Menüs können auch mit einer professionellen Weinbegleitung gewählt werden, die in diesem Fall von Sommelière Aline Nagel zusammen gestellt und empfohlen wurde. Nach einem ausgezeichneten Winzersekt-Aperitif aus dem Hause Reichsrat von Buhl folgte ein trockener Grossheubacher Spätburgunder aus dem Frankenland von Benedikt Baltes zum Gruß aus der Küche. Weiterhin treffend ausgewählt eine Schwarzhofberger Riesling Spätlese vom Weingut von Hövel an der Mosel, ein vortrefflicher 2011er Bordeaux vom Château Renard Mondesir aus der Appellation Fronsac zum Entenfleisch sowie ein elsässischer Gewürztraminer von Paul Ginglinger.

Auch bei der Wahl des Kaffeelieferanten hat man sich hier für Qualität entschieden und hat gemeinsam mit der Berliner Kaffeemanufaktur Andraschko eine eigene Espresso-Mischung entwickelt. Dieser Espresso und ein Edelbrand von sizilianischen Blutorangen von Florian Faude rundeten das Geschmackserlebnis dieses Abends ab. Fazit des abendlichen Restaurantbesuchs: Geschmackliche Kreativität auf dem Teller, harmonierende Weine im Glas, behagliches Ambiente und ein tolles Team um die gastronomische Leiterin Maria Hinrichsen, das mit Professionalität und Freundlichkeit durch den Abend begleitet. Bis bald…

Besuch am 01.12.2017

www.schmidt-z-ko.de