Präsentation in Berlin…

Das Weinanbaugebiet Ribera del Duero in der spanischen Region Kastillien-León präsentiert eine Auswahl von Weinen und Weingütern in Berlin. RIBERA DEL DUERO-DEGUSTATION (22)Das Anbaugebiet ist mit seinen 272 Erzeugern an 115 Uferkilometern die weltweit reinste Tempranillo-Appellation. Die spezifischen klimatischen Bedingungen, die den Weinanbau der Ribera del Duero charakterisieren, haben einen großen Einfluss auf den Anbauzyklus der Trauben und spielen eine grundlegende Rolle für das Wachstum und die Reifung der Trauben. Von diesen speziellen Bedingungen hängt in großem Umfang die Qualität der produzierten Weine ab. Das Klima der Ribera del Duero kann man allgemein als moderates bis niedriges Regengebiet (durchschnittlich 400-600mm Niederschlag pro Jahr) bezeichnen, das mit trockenen Sommern und langen, harten Wintern sowie Temperaturschwankungen während der Jahreszeiten inmitten eines mediterranen Klimas hauptsächlich kontinentalen Charakter hat.

RIBERA DEL DUERO-DEGUSTATION (20)12 Weine der Ribera del Duero werden von David Schwarzwälder, einem Fachmann für spanische Weine, präsentiert und stehen zur Degustation an. Den Anfang macht ein junger Wein von 2013 der Bodega Sarmentero im Herzen des Weinanbaugebiets. Dieser Roble besteht zu 100% aus Tempranillo-Trauben, welche auf kalkhaltigen und lehmigen Böden heran wachsen. Hier wird erst seit kurzer Zeit auf tiefen Schwemmlandböden in Flusslage ausschließlich Tempranillo angebaut. Hier fehlt dem Wein noch etwas Charakter und Finesse. Schon etwas kräftiger als der erste Wein erscheint ein fünf Monate im Holzfass gereifter Cantaburros Cosecha 2012 des Erzeugers Sat San Pablo, einem relativ neuem Produzenten im historischen Zentrum der Appellation. Vor drei Jahren wurde hier die eigene Produktion mit einem Weinberg begonnen. Nachdem 2013 dort das seit langem schlechteste Weinjahr zu beklagen war, werden die 2014er Weine sehr gut. Es folgt ein Briego Crianza 2012 von Alberto y Benito, die Ende der achtziger/ Anfang der neunziger Jahre mit der Produktion begonnen haben. 2012 war in dieser Gegend teilweise ein sehr schwieriges Jahr und dem auf Ödland angebauten Wein fehlt es durch den Trockenstress etwas an Fülle. RIBERA DEL DUERO-DEGUSTATION (9)Vom biodynamischen Weingut Bajo Duratón wird ein Dominio Romano Cosecha 2012 verkostet, einem Gut mit alten Weinbergen, bei denen sich Kalk-und Lehmlagen vermischen. Die niedrigen Erträge werden in amerikanischer und rumänischer Eiche ausgebaut, wobei sich der 2012er Briego Crianza als ein etwas sperriger Wein erweist. Ganz anders beeindruckt ein Cardela Crianza des Jahrgangs 2011 der Bodegas Bohorquez mit 14% Vol. Alkohol. Dort wächst der Wein auf Flussgestein und tiefen Lehmböden und offenbart einen kräftigen, saftigen Stil. Das dortige große und warme Weinjahr 2011 machte in diesem Fall einen tiefen und kompakten Rotwein möglich. Einen ähnlichen Eindruck hinterlässt der folgende Arco de Morozán Crianza 2011 der vom Hersteller Bodega la Asunción de Ntra. Sdad. Coop., einer klassischen Kooperative, produziert wird, wo 2015 die ersten drei Parzellen-Weine angebaut werden. Der Ausbau in amerikanischer Eiche ist bei diesem Crianza deutlich wahrnehmbar.

RIBERA DEL DUERO-DEGUSTATION (15)Zu den großen Namen dieses Weinanbaugebiets gehört ganz sicher Bodegas Vizcarra im Herzen der Region, woher ein Vizcarra Torralvo Cosecha 2011 stammt. Von 25-30 Jahre alten Rebstöcken werden die Trauben handgelesen und der Wein schließlich 15 Monate in amerikanischer (60%) und französischer (40%) Eiche ausgebaut. Im Glas erscheint er kirschrot mit einem violetten Rand und weist Aromen von dunklen Beerenfrüchten und Gewürzen auf. Ein weiterer großer Name steht auf dem Programm: Bodegas La Horra. Nachdem das Weingut 2008 sehr holprig gestartet war, zeigt man seit 2010 von der inzwischen teuersten Ribera-Lage sein ganzes Können. Zwischen 16 und 18 Monaten wurde der Corimbo Cosecha 2010 im Holz ausgebaut und besticht durch eine große Ausgewogenheit. RIBERA DEL DUERO-DEGUSTATION (14)Ein intensives Rot im Glas, in der Nase dunkle Beerenfrüchte, Holznoten, süße Gewürze und Pflaumen, am Gaumen vollmundig mit festen Tanninen und einem Balsamico-Finish. Erzeuger der ersten Stunde, jetzt in der zweiten Generation geführt und hoch gelegen: Bodegas Felix Callejo. Die 35-70jährigen Weinberge beherbergen viele Keller des Guts, aus denen auch der 2010er Majuelos de Callejo Reserva stammt. Im saftig-frischen Stil, mit dunklen Beeren, reifen Pflaumen und Gewürzen in der Nase, kommt der Wein mit harmonisch geschliffenen Tanninen und gut eingebundener Säure schmeichlerisch und lang anhaltend am Gaumen an. Einer der großen Stars wartet nun im Glas: Ein Parzellenwein von Pago de los Capellanes, ein Parcela El Nogal Pago de los Capellanes 2010, der auf einer ca. 2,5 ha-Lage mit Nussbäumen eines 60-70 Jahre alten Weinbergs gelesen wurde. Teuerste Eiche kommt zur Verwendung und man benutzt gleich zweimal neue französische Eiche zum Ausbau. Der Wein zeichnet sich neben seinem minimalistischen Stil durch seine karamellige Cremigkeit bei 14,5% Vol. Alkohol aus.

RIBERA DEL DUERO-DEGUSTATION (21)In der Spitzengruppe der Ribera-Weine begegnet uns auch einer, der es in den USA zum Kultwein geschafft hat, was bestimmt nicht an seinem langen Namen liegt: Pago De Carraovejas Anejón De La Cuesta De Las Liebres Reserva 2010 des Produzenten Pago de Carraovejas. Von einer reinen Kalklage stammend, mit kleinen Cabernet Sauvignon-und Merlotanteilen, ist dieser Wein sehr cremig und zugänglich. Bei seinen 15,5% Vol. Alkohol machen sich starke Einflüsse des Merlotanteils neben den balsamischen Kräuternoten bemerkbar. Den Höhepunkt der Degustation bildet ein Alfa Spiga Cosecha Jahrgang 2006 der Bodegas y Vinedos Ortega Fournier, einem Erzeuger, der ursprünglich in Argentinien begonnen hat. Hier wächst der Wein in einer Höhenlage von etwa 800 Metern auf Sandboden, der in Flussnähe mit Flussgestein durchsetzt ist. 2006 war im Ribera das heißeste Jahr des letzten Jahrzehnts und dieser Wein wurde sehr spät gelesen. Als Ergebnis steht ein opulenter, kraftvoller Wein im Neue Welt-Stil, der saftig, weich und rund durch seine enorme Tiefe besticht.

Das Weinanbaugebiet Ribera de Duero bietet höchst unterschiedliche Weine innerhalb der Region. Die unterschiedlichsten Böden und Höhenlagen dienen der Vielfalt, wobei es bei einigen Weingütern, die noch sehr jung sind, noch gute Steigerungsmöglichkeiten gibt und manche Weingüter noch nicht ihren Stil gefunden zu haben scheinen. Die Experimentierfreudigkeit der jungen Winzer und die Klasse der großen Namen sind Grund genug diese Region weiter zu beobachten. Es bleibt auf jeden Fall spannend…

www.riberadelduero.es

Degustation am 01.06.2015