Der Pfefferberg lebt…

Die Tradition kehrt zurück! Der Pfefferberg hat eine lange Tradition als Brauereistandort und liegt als kleine Anhöhe an der Schönhauser Allee im Berliner Ortsteil Prenzlauer Berg. Namensgeber war 1841 der bayerische Braumeister Joseph Pfeffer, der an dieser Stelle eine Brauerei mit Biergarten errichten ließ. Kurz nach dem 1.Weltkrieg wurde das Bierbrauen hier eingestellt und das Gelände in anderer Form genutzt. Nun, nach fast einem Jahrhundert ist es wieder soweit und die Tradition kehrt mit der Bergbrauerei und der Schankhalle „Das Pfefferbräu“ an den alten Ort zurück.

Mit dem Wiederaufbau des Industriedenkmals wurde auch die Schankhalle im einzigen erhalten gebliebenen Gebäudeteil des Komplexes wieder nutzbar gemacht und wird nun als Integrationsbetrieb vom sozialwirtschaftlichen Unternehmensverbund VIA betrieben. An historischer Stelle braut jetzt Braumeister Thorsten Schoppe neben klassischen hellen und dunklen Biersorten regelmäßig Saison-und Spezialbiere. Im September 2013 war Braustart und im Ausschank befinden sich stets ein helles Pilsener und ein dunkles Bier. Das Helle zeichnet sich durch eine stark ausgeprägte Hopfen- und eine frische Bitternote aus, während fruchtig-blumige Citrusnuancen wahrnehmbar sind. Die Geschmacksgeber sind dafür Safir-Hopfen und die Hallertauer Perle. Beim Dunklen steht eine intensive Malznote im Vordergrund. Der Körper wird förmlich vom Malz getragen und verleiht dem Bier einen leichten Rotton. Gersten-, Weizen-und Roggenmalze finden hier ihre Verwendung. Das dunkle Pfefferbräu hat 5,8% Alkoholanteil bei einer Stammwürze von 15,5 Grad Plato. Auf Filtration und Wärmebehandlung verzichtet man hier.

Neben den Standards braut Thorsten Schoppe Saisonbiere, die von Art und Geschmack zur jeweiligen Jahreszeit passen. Zum Frühling passend kommt der Maibock, den er kaltgehopft bzw. hopfengestopft produziert, was bedeutet, dass der Hopfen zu einem späteren Zeitpunkt in den Brauprozess zugegeben wird. Dadurch wird der Verlust von Aromen bei den Abscheideprozessen vermieden. Auch für den Maibock werden Hopfensorten aus der Hallertau, dem weltweit größten zusammen hängenden Hopfenanbaugebiet bzw. Hopfen aus den USA verwendet und treten bei diesem Bier in den geschmacklichen Vordergrund. Als Spezialbier steht noch ein Stout auf der Getränkekarte zur Auswahl, das durchaus empfehlenswert ist.

Die Arbeit des Braumeisters können die Gäste von ihren Plätzen in der Schankhalle mit verfolgen und dabei das bereits im Ausschank befindliche Pfefferbräu probieren. Zum Probieren lädt das Angebot auf der Getränkekarte ein, die jeweiligen im Angebot befindlichen Biere auch im 0,1l – Format zu bestellen. Das ermöglicht dem Gast das Durchprobieren der am Hahn befindlichen Biersorten und erleichtert es ebenfalls, in vielleicht lustiger Runde sein Lieblingsbier herauszufinden. Ansonsten sind die Fassbiere auch im 0,3l und 0,4l Schankmaß erhältlich und ausreichend vorrätig. Das muss auch gewährleistet sein, denn der Innenraum bietet 80 Sitzplätze und in den Sommermonaten wollen im historischen Biergarten rund 250 durstige Biertrinker versorgt werden.

Wer dann beim Probieren der wohlschmeckenden  Biere Hunger verspürt, sollte die Möglichkeit nutzen und vom Speisenangebot Gebrauch machen, denn es lohnt sich. Frisches, hausgebackenes Treberbrot aus den Rückständen des Brauvorgangs mit Schmalz oder Entenrillette vorher zum Bier und danach etwas von der Auswahl der Vorspeisen oder Hauptgerichte. Zur Standard-Speisenkarte erwartet den Gast eine wechselnde Abendkarte, die das tägliche Angebot vielfältig ergänzt. Wo man sonst in einer Bierstube oder einem Brauhaus einfache Kost erwartet, wird man an dieser Stelle von Küchenchef Henning Brauer, der vorher im Sage Restaurant und im Horvath tätig war und ursprünglich in der Patisserie seinen Platz hatte, überrascht. Sicher, die Gerichte auf der Speisenkarte sind hier der Thematik angepasst ausgewählt, jedoch verblüfft etwas die Raffinesse, mit der er die Speisen anrichtet. Dies ist beim hausgebeizten Lachs mit roter Bete, Schmand und Wildkräutern bei den Vorspeisen der Fall, aber ebenso bei der Berliner Leber mit Äpfeln, Kartoffelstampf und Zwiebeln unter den Hauptspeisen. Nicht die platten Leberscheiben werden hier lieblos mit Kartoffelbrei und vor Fett triefenden Zwiebeln auf den Teller gebracht, sondern ein butterweiches Stück Leber thront wie ein Filetsteak auf dem hausgemachten Kartoffelpüree und wird von krossen Zwiebeln on top gekrönt. Ein Augen-und gleichzeitig Gaumenschmaus, der unerwartet noch freudiger überrascht.

                                           Besuch am 28.Mai 2014

www.pfefferbraeu.de