Italiens Top-Regionen in Berlin…

Gleich drei Organisationen präsentieren sich mit ihren Weinen aus den italienischen Top-Regionen in Berlin: Die Strada del Vino Terre di Arezzo, I Vini del Piemonte und das Consorzio Tutela Nebbioli Alto Piemonte. Das  Ansinnen, die Weine der Toskana und des Piemont noch bekannter zu machen, verbindet die drei Organisationen. Dabei sollen besonders kleine und kleinste Weingüter berücksichtigt werden, die dem Weinkenner Besonderes bieten und dabei auch zum Teil Nischen im Weinbusiness bedienen.

Im Berliner Westin Grand Hotel findet sich das Fachpublikum zu einer Masterclass ein, um in einem einstündigen Seminar von Jan Kiegeland zu erfahren, welche Weine sich auch abseits der großen Namen in den beiden Regionen hervortun. Dabei soll ebenfalls demonstriert werden, dass auch ausgezeichnete Weine produziert werden, die lediglich mit der Qualitätsbezeichnung IGT versehen sind. Selbstverständlich sind diese im Verhältnis zu den DOC- und DOCG-Abfüllungen in der Minderzahl bei dieser Masterclass, bieten aber dennoch Potenzial für positive Überraschungen.

Der einzige Weißwein dieser Degustation steht am Anfang: Vom Weingut San Ferdinando an der toskanischen Weinstraße kommt ein 2017er Vermentino IGT Toscana. Ein Weingut, dessen Weinberge auf ca. 400 m über Meereshöhe liegen und wo man sich ausschließlich auf den Anbau autochtoner Rebsorten konzentriert. Ein sortenreiner Vermentino, straff, mineralisch, säure- und strukturbetont. Die im Piemont liegende Appellation DOC Valli Ossolane umfasst nur ca. 14 ha und ist die Heimat des Valli Ossolane Superiore DOC Nebbiolo Prünent 2016. Florale Noten verströmt dieser 10 Monate im Holz gereifte Wein der Genossenschaft Cantine Garrone, die Trauben der kleinsten Weingüter an den Ufern des Toce verarbeitet.

Madonna dell´ Uva ist der größte Produzent im Alto Piemonte, dessen Anbaugebiet von ca. 120 ha in Höhenlagen zwischen 270 und 400 m über Meereshöhe liegt. Der Colline Novaresi DOC Uva Rara 2017 ist sortenrein und fällt durch ein dichte Struktur angenehm auf. Nur 25.000 Flaschen jährlich produziert das kleine Familienweingut Platinetti Guido von 6 ha Weingärten im Piemont. Der sortenreine Nebbiolo Ghemme DOCG Vigna Ronco al Maso des Jahrgangs 2015 bietet neben seinen floralen Noten mehr Tannine und Körper.

Ebenfalls 100% Nebbiolo bietet ein Gattinara DOCG San Francesco 2012 des Erzeugers Antoniolo aus dem Piemont. Seit 1967 besteht diese Appellation mit insgesamt 95 ha, in deren Bereich sich die sechs Weinbergslagen von Antoniolo auf vulkanischem Untergrund befinden. Einen fruchtigen Wein mit 12,5 % Vol.Alk. liefert das Weingut Palazzina mit seinem Coste della Sesia Rosso DOC Vecchi Vigneti des Jahrgangs 2016. Die Trauben für diese Cuvée von Nebbiolo, Croatina, Uva Rara und Vespolina gedeihen ebenso auf Böden vulkanischen Ursprungs der 10 ha umfassenden Appellation.

Eine für die Region typische Cuvée der Rebsorten Nebbiolo, Vesposina und Uva Rara ist auch die Grundlage für einen Fara Riserva DOC Vigna di Sopra von 2012 vom Weingut Vigneti Valle Roncati im Piemont. In dieser reinen Rotwein-Appellation findet man hauptsächlich stark kalkhaltige und vulkanische Böden. Selektierte Hefen kommen hier zum Einsatz und der Ausbau erfolgt in Edelstahltanks. Für den Rest der Degustation wenden wir uns der Toskana zu, an deren Weinstraße sich das Weingut Il Palazzo befindet, ein Familienbetrieb mit 42 ha Anbaufläche, der auch rund 6.000 Olivenbäume bewirtschaftet. Für die Toskana typische Aromen von Leder, Rauch und Kirsche markieren den Chianti Riserva DOCG des Jahrgangs 2012, der in Edelstahl und Holz ausgebaut wird.

Eine junge Appellation, die erst seit 1999 besteht, ist Herkunftsort eines Il Castagno 2015 Syrah Cortona DOC. Die Reben des Erzeugers Fabrizio Dionisio wachsen auf 300-500 m über Meereshöhe und bilden die Grundlage für diesen sortenreinen Syrah mit Pfeffer- und Kirschnoten in der Nase und deutlichen Tanninen am Gaumen. Den Höhepunkt der Verkostung bildet ein Biowein der Tenuta San Jacopo in der Toskana, einem Weingut, das in der zweiten Generation betrieben und kontrolliert biologisch bewirtschaftet wird. Der IGT Toscana Rosso Orma del Diavolo 2015, der eine Cuvée aus 30% Merlot, 50% Sangiovese und 20% Cabernet Sauvignon darstellt, hat einen 24-monatigen Barrique-Ausbau hinter sich und überzeugt durch eine elegante Tannin-Struktur.

Toskana meets Piemont – Eine informative Darstellung kleiner Produzenten aus der Toskana und dem Piemont, bei deren Weine nicht der Alkohol und die Frucht, sondern die Struktur des Weines im Vordergrund stehen.

www.stradadelvino.arezzo.it          Veranstaltung am 6.05.2019

www.ivinidelpiemonte.com

www.consnebbiolialtop.it