Keine Nachwuchssorgen…

Bereits zum neunten Mal stellt sich die Generation Riesling dem Fachpublikum in Berlin vor und auch dieses Mal sind neue junge Winzerinnen und Winzer mit von der Partie. Wer diese Jungwinzer-Veranstaltung der Generation Riesling verfolgt, wird erfreut und befriedigt feststellen, dass man sich um den Nachwuchs bei den Riesling-Weingütern wahrhaftig keine Sorgen machen muss, denn bei jeder Ausgabe dieser Veranstaltungsreihe treten neue begabte Winzertöchter und –söhne ins Rampenlicht.

Mit einer überraschenden Geschwindigkeit und in rascher Folge stellen sich neue Talente aus den Weinbergen vor und neben viel Enthusiasmus und Ehrgeiz bringen sie schon erstaunlich viel Fachwissen und Erfahrungen mit, die sie im In- und Ausland gesammelt haben. In der  Hauptstadt, aber auch in anderen deutschen Großstädten, hat sich eine spannende Weinszene entwickelt, in der sich Sommeliers, Gastronomen, Medien-Berichterstatter und ein junges, heranwachsendes Publikum für die Weine aus unseren 13 deutschen Weinregionen begeistern. Eine Entwicklung, die u.a. auch dadurch gefördert wird, dass den jungen Konsumenten auf der Seite der Produzenten plötzlich Gleichaltrige begegnen.

Die sozialen Medien sind schon lange ein Vehikel, dessen sich die junge Winzergeneration zeitgemäß und erfolgreich bedient und so ist das Thema Wein auch unter jungen Leuten bei facebook & Co. dauerhaft präsent. Unter ihnen auch Toni Askitis (#asktoni), der es sich zur Aufgabe gemacht hat, den deutschen Wein für eine junge Genießergeneration zu entschlüsseln und zu übersetzen. Dies geschieht bei ihm in recht kurzweiliger Form, wie es gerade auch bei einem jungen Publikum notwendig ist.

Überzeugen kann sich das Fachpublikum davon im Rahmen der Generation Riesling-Veranstaltung, wo er sich im Rahmen eines einstündigen Seminars mit jungen Riesling-Winzerinnen und –Winzern dem Thema ´Sekt´ widmet. Der Nachwuchs der Weingüter Lahm, Krack, George, Schmitges, Hemberger und Geiger aus Rheinhessen, der Pfalz, dem Rheingau, von der Mosel und aus Franken präsentiert seine Sektabfüllungen und beweist abermals erstaunliches Potential. Während die jungen Sektproduzenten die besonderen Herstellungs- und Geschmacksmerkmale ihrer Schaumweine mit traditioneller Flaschengärung erläutern, kann das Fachpublikum das Geschilderte durch Verkosten parallel nachvollziehen.

Nach der Schaumwein-Präsentation stehen dem Fachpublikum alle vertretenen Jungwinzer/innen Rede und Antwort zu ihren Weinen und bieten diese selbstbewusst zur Verkostung an. Wie auch in den Vorjahren kann man dabei bei vielen Weingütern unter der Leitung der Nachkommen erstaunliches Potenzial ausmachen. Die Weinanbauregionen Rheingau, Nahe, Franken, Baden, Württemberg, Pfalz, Mosel und Rheinhessen sind mit Weinen durch junge Winzer vertreten und zeigen gleichzeitig, dass eine weiterhin hoffnungsvolle Prognose auf breiter Front berechtigt ist.

Das gilt ohne Zweifel auch bei der breit aufgestellten Rheinhessen-Fraktion der Generation Riesling, wozu auch Laura Lahm vom gleichnamigen Weingut Lahm gehört. Sie hat sieben Weine mit nach Berlin gebracht, worunter sich auch ein ganz junger Weißburgunder des Vorjahres befindet, der im März 2019 abgefüllt wurde. Der Lehmboden mit tonhaltiger Unterlage aus der Lage Albiger Hundskopf verleiht diesem jungen Wein eine feine mineralische Note. Mit Reinzuchthefen vergoren und im Edelstahltank ausgebaut, weist dieser Weißburgunder einen Restzuckergehalt von 1,1 g/l auf. Seit 2012 hat sich eine Kreation namems TileHill etabliert, bei der Chardonnay und Weißburgunder für eine Cuvée getrennt vergoren werden, bevor sie dann ein Jahr im Barriquefass gelagert werden. Diese Cuvée mit 7 g/l Säure und 13 % Alk. spiegelt die Tiefgründigkeit der rheinhessischen Böden mit kalkhaltigem Untergrund wider.

Bereits gut etabliert ist Juliane Eller mit ihren Juwel Weinen, die mit sechs Weinen angereist ist, worunter sich auch ein 2018er Riesling Trocken befindet. Die Trauben stammen aus den jüngeren Riesling-Weinbergen in und um Alsheim und werden selektiv nach Reife von Hand gelesen. Nach schonendem Pressen erfolgt die Vergärung mit weinbergseigenen Hefen in Edelstahltanks und nach längerem Lager auf der gesamten Hefe erfolgt im Frühjahr die Abfüllung. Als Ergebnis steht ein nach Pfirsich und Limetten duftender Riesling, der sich durch präzises Süße-Säure-Spiel auszeichnet, das dem Wein Finesse und Leichtigkeit verleiht. Auch das wieder ein Riesling, der eine solche Veranstaltung spannend macht und schon wieder Erwartungen für das nächste Jahr weckt…

www.geerationriesling.de        Veranstaltung am 1.04.2019