Urlaub im Weingut…

Inmitten der Langhe, einer Landschaft der Region Piemont, liegt das Weingut Cascina del Monastera. In einem kleinen Vorort von La Morra findet man den Betrieb, der vollständig von seinen eigenen Weinbergen umgeben ist, die sich über eine Fläche von ca. 60.000 qm erstrecken. In einer durchschnittlichen Höhenlage von 250 m ü.M. gedeihen hier die Trauben auf lehm- und kalkhaltigem Boden und bringen üppige und aromatische Weine hervor.

Die Geschichte der Cascina del Monastero geht bis in das Jahr 1926 zurück, als Alessio Grasso, der bereits als Winzer im Ort Treiso tätig war, einen alten Hof erwarb, der bis dahin zum Kloster San Pietro in Savigliano gehörte. Seine Erfahrung gab er an seine Nachkommen weiter und einer der Enkel, Guiseppe Grasso, ist der heutige Besitzer und Betreiber des Hofs. Er hat den alten Bauernhof ausgebaut und einen neuen Keller errichtet, der mit modernen Maschinen und Geräten für die Weinbereitung ausgestattet ist. Diese sollen die Verarbeitung der Trauben erleichtern, die von den organisch bewirtschafteten Weinbergen am Hof angeliefert werden.

Gleichzeitig trieb er den Ausbau von Unterkünften auf dem Hof voran, der heute zehn Zimmer und kleine Apartments für Gäste bereit hält. Die gastfreundlichen Eheleute Velda und Guiseppe kümmern sich hier vorbildlich um die Unterbringung und Versorgung der Gäste. 1,5 Autostunden von Mailand und Turin entfernt, bietet der Bauernhof einen idealen Ausgangspunkt, um Alba und die umliegenden Orte der Langhe zu erkunden. Zahlreiche weltbekannte Barolo-Weingüter liegen in unmittelbarer Nähe und bieten den Besuchern Möglichkeiten zu Kellerbesichtigungen bzw. Verkostungen. Selbstverständlich ist das auch auf dem eigenen Weingut möglich und man hat hier den Vorteil, dass man nur wenige Schritte bis in den Keller benötigt.

Mit Sohn Loris ist hier bereits schon die nächste Generation tätig und führt die Tradition dieses Weinguts ambitioniert fort. Sein hoher Anspruch und das Qualitätsbewusstsein für die eigenen Weine ist ihm deutlich anzumerken und auch die Freude, wenn er gelungene Weine der Cascina del Monastero präsentieren kann. Eine Verkostung mit ihm sollte man sich während des Aufenthalts nicht entgehen lassen, bietet diese doch einen Eindruck von der Philosophie der Familie über die Herstellung ihrer Weine und gleichzeitig einen erlebenswerten Einblick in die Welt der Barolo-Weine.

Zum Einstieg wird ein Barolo DOCG Cascina del Monastero Jahrgang 2009 geöffnet und eingeschenkt. Bevor dieser Wein auf Flaschen gezogen wird, erfolgt ein mehr als dreijähriger Ausbau in kleinen bis mittleren Eichenfässern. Ein reiches Bouquet von blumigen Komponenten, vornehmlich Rosen und Veilchen, verwöhnt die Nase und ein voller Geschmack mit einem ausgewogenen Verhältnis von Säure und Tanninen macht sich breit. Der nächste Wein, ein Barolo DOCG Bricco Luciani, stammt von ausgesuchten Trauben eines kleinen Weinbergs, der gänzlich nach Süden ausgerichtet ist. Die Trauben bringen auf dem lehmig-kalkigen Boden stets aromatische, gehaltvolle Weine hervor, wie es auch bei diesem 2014er der Fall ist. Nach traditioneller Methode wird dieser Bricco Luciani mit einer Fermentation von 10-15 Tagen und einer gleichmäßig aufgeteilten Ausbauzeit in kleinen Fässern und Barriques hergestellt. Nach dem Verweilen in der Flasche von mehreren Jahren erreicht dieser Wein seinen Höhepunkt, was diesen Jahrgang schon deutlich auszeichnet.

Ebenfalls von einem Weinberg mit südlicher bzw. südöstlicher Ausrichtung, diesmal jedoch im Ortsteil Perno bei Monteforte d´Alba, stammt ein Barolo DOCG Perno. Hier besteht der lehmig-sandige Boden aus sehr kompakten und tiefliegenden Schichten von grauem Mergel, der sich mit Sandstein abwechselt. Der Stil dieses Weines wird durch eine traditionelle Gärung von 15-20 Tagen und einem etwa 36-monatigen Ausbau in mittelgroßen slawonischen Eichenfässern geprägt. Hier präsentiert uns Loris einen 2009er und einen 2014er zum Vergleich, um zu demonstrieren, wie sich dieser Wein entwickelt hat. Der Perno zeichnet sich dadurch aus, dass er bereits in jungen Jahren offen, aromatisch und ausgewogen wirkt. In der Nase offenbart er sich dicht mit Noten von Rosen und Himbeeren sowie zarten Komponenten von Vanille und Lakritz. Ein vollmundiger Wein mit dichten Tanninen, die seine beachtliche Fülle und Konsistenz hervorheben, was ihn zu einem hervorragenden Begleiter von Fleisch- und Wildgerichten macht.

Den Höhepunkt der Barolo-Verkostung der Cascina del Monastero bildet ein Bricco Rocca Riserva Riund Jahrgang 2011 aus den Weinbergen, die direkt den Hof umgeben. In ca. 250 m ü.M. gedeihen die Trauben, deren Fermentation in Stahltanks über 14-20 Tage erfolgt. Danach wird der Wein zunächst 12 Monate in neuen Barriques ausgebaut, bevor er in Barriques überführt wird, die zum zweiten, dritten oder vierten Mal belegt werden. Schließlich reift er dann weitere 24 Monate in 15 hl-Fässern, bevor er abgefüllt wird. In den Verkauf gelangen die Flaschen allerdings erst nach einer mindestens sechs Monate dauernden Lagerung. Im Glas erscheint dieser Bricco Rocca Riserva dann granatrot von ausgezeichneter Intensität mit orangefarbenen Nuancen. Rosen, Veilchen, Beerenfrüchte und ausgeprägte Gewürznoten nimmt die Nase wahr und im Mund wirkt dieser Wein mit seinen zarten Tanninen ausgesprochen rund und harmonisch.

Cascina del Monastero ist eine ideale Ausgangsbasis, um die Region um Alba auf entspannte Weise zu entdecken und speziell für Weinliebhaber eine gute Adresse, um direkt im Weingut ausgezeichnete Barolos kennenzulernen.

www.cascinadelmonastero.it                            Aufenthalt 26.-29.06.2019

www.ivinidelpiemonte.com

www.stradadelbarolo.it