Fest in Familienhand…

Guiseppe Damonte begann in den 50er Jahren im Roero-Anbaugebiet mit der Bewirtschaftung seiner Weinberge im Piemont. Er erkannte damals, dass die Region wegen der sandigen und kalkhaltigen Böden ein großes Potential für sein Vorhaben besitzt. Inzwischen leiten die beiden Söhne Massimo und Roberto die Azienda Agricola, wobei Massimo für die Weinberge und Roberto für den Keller verantwortlich ist. Auch die nächste Generation ist schon im Familienbetrieb tätig, denn Giacomo, Sohn von Roberto und Patrizia, soll das Unternehmen erfolgreich in die Zukunft führen.

In den letzten Jahrzehnten wuchs das Weingut kontinuierlich: Neue Weinberge wurden hinzu gekauft, die Produktion ausgeweitet und neue Weine in neue Märkte eingeführt. Die Lage Trinita ist seit 1986 im Besitz der Damonte-Familie und umfasst rund 8 ha. In direkter Nachbarschaft zur Gemeinde Canale wird hier im oberen Bereich Nebbiolo, weiter unten Arneis angebaut, woraus schließlich Roero Arneis Trinita und Roero Superiore Trinita produziert werden. Die Lage ist gut an der kleinen Kapelle Trinita zu erkennen, die diesem Weinberg den Namen gab. Schon aus der Ferne ist die Villa Tiboldi der Familie Damonte zwischen den Rebstöcken sichtbar, ein kleines Boutique-Hotel mit überwältigender Aussicht auf die weite Umgebung. Die Lage Renesio, die im Jahr 2007 erworben wurde, hat eine lange Geschichte, denn sie wurde bereits im 14.Jahrhundert von der Conti-Roero-Familie bewirtschaftet, nach der diese Region benannt wurde. Diese 4,5 ha umfassende Lage ist nach Süden ausgerichtet, trägt seit 2005 das Prädikat DOCG und liefert die Trauben für den Arneis Renesio.

200 m über dem Meeresspiegel und ebenfalls nach Süden ausgerichtet befindet sich die Lage Saglietto, die sich mit 5 ha in Richtung Canale erstreckt. Hier wachsen kleinere Mengen von Favorita und Sauvignon, hauptsächlich aber Arneis, der hier speziell für die Holzfass-Lagerung verwendet wird und letztlich als Roero Arneis Saglietto abgefüllt wird. Auch für die Lage San Michele war eine Kapelle Namensgeber, die auf den historischen Hügeln von Canale liegt. Auf einem Hektar mit kalkhaltigem Lehmboden in Südlage findet man beste Voraussetzungen für den Barbera-Anbau vor und die 70 Jahre alten Weinstöcke liefern die Trauben für den Barbera Superiore und Barbera San Michele.

Die Lage San Guglielmo ist am längsten mit der Familiengeschichte verknüpft, denn sie gehörte bereits den Urgroßeltern von Massimo und Roberto. Über die Jahre konnte San Guglielmo erweitert werden und grenzt inzwischen an die Trinita-Lage. In den 80er Jahren wurde eine Neubepflanzung durchgeführt, worauf nun auf 3 ha dieser Südlage im oberen Bereich Nebbiolo und weiter unten Bonarda wachsen. Mombeltramo war mit 1,5 ha das erste Stück Land, das Guiseppe Damonte damals kaufte. Auch dieser Hang konnte im Laufe der Jahre weiter ausgedehnt werden, wo ausschließlich Nebbiolo angebaut wird. Hier ist der Boden im Vergleich zu Trinita etwas kalkhaltiger und liefert in den ersten Jahren der Reifung ungewöhnlich trockene Weine. Seit 2007 gehört auch ein kleiner Weingarten in der Gemeinde La Morra zum Weingut. Boiolo und Brunate sind die beiden Teile dieses Weingartens, die jeweils nach Osten und Süden ausgerichtet sind. Auf 370 m bzw. 400 m ü.M. gedeihen hier auf 0,89 ha Trauben, die jedes Jahr wenige Tausend Flaschen Wein von höchster Güte ergeben.

Im Rahmen einer Verkostung können wir einige Malvira-Weine näher kennenlernen. Ein Roero Arneis DOCG aus dem Jahr 2016 ist ein reinrassiger Arneis, dessen Trauben in verschiedenen Lagen von Malvira geerntet wurden. Die Fermentation erfolgt in Edelstahltanks, ebenso wie die Reifung auf der Hefe für 4-8 Monate. Strohgelb im Glas, gibt dieser Arneis Aromen von weißem Pfirsich, Apfel und Citrus frei. Auch im Mund hält er die Frische, die er der Nase verspricht. Ebenfalls ein reinsortiger Arneis folgt, diesmal allerdings ausschließlich von der Lage Renesio und mit einem 8-monatigen Hefelager. Floral und fruchtig, mit leichten Kräuteranklängen in der Nase, bietet dieser Wein mehr Komplexität und Dichte mit einem mineralischen Finish.

Der dritte Weiße ist eine Cuvée von 40% Chardonnay, 40% Sauvignon Blanc und 20% Arneis, was seinen Namen Langhe Bianco Treuve DOC erklärt. Die drei Rebsorten stammen von drei unterschiedlichen Weinbergen und reifen 10-12 Monate separat in 450 l-Eichenfässern, bevor sie vermählt werden und danach noch 12 Monate in der Flasche lagern. Mit einem kräftigen Gelbton im Glas verströmt dieser 2015er Treuve markante Noten reifer Früchte und lässt Ananas, kandierte Orange und Zitronenschale erschmecken.

100% Barbera von einem einzigen Weinberg liefert der Barbera d´Alba San Michele DOC. Alle Malvira-Rotweine reifen in 450 l-Eichenfässern, in dem Fall für die Dauer von 12-16 Monaten. Aromen von Birne, Cassis und Kirsche kennzeichnen diesen Barbera in der Nase und ebenso intensiv spiegeln sich diese mit zusätzlichen Vanillenoten am Gaumen wider. Der letzte Rote ist ein sortenreiner Nebbiolo aus dem Jahr 2015 und stammt ebenso aus einem Weinberg. Der Roero Riserva Mombeltramo DOCG reift 24-36 Monate im Eichenfass und wird vor dem Verkauf noch mindestens 12 Monate in Flaschen gelagert. Rubinrot, mit Aromen von dunklen Beeren, Schokolade und Gewürzen, stellt dieser Roero Riserva einen kraftvollen und komplexen Roten mit festen Tanninen dar.

Die präsentierten Weine lassen nachvollziehen, weshalb Malvira-Weine regelmäßig von den unterschiedlichsten Weinführern ausgezeichnet und hoch bewertet werden. Zur Philosophie von Roberto Damonte gehört auch, den Weinen lieber mehr Zeit zur Reifung zu gönnen statt sie vorher abzufüllen und in den Handel zu bringen. Hervorragend, wenn sich ein Weingut das leisten kann, denn die Ergebnisse sprechen in dem Fall für sich. Man muss nur warten können…

www.malvira.com                                                Besuch am 27.06.2019

www.ivinidelpiemonte.com